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Leitfaden / Industrielle KI

20 Fragen zu Ihren KI-Abhängigkeiten

Founder & CEO of Welf4 Min. Lesezeit
Ablaufübersicht: 20 Fragen zu Ihren KI-Abhängigkeiten

Wie viel Kontrolle haben Sie über einen wichtigen KI-Workflow? Mit diesem Arbeitsblatt prüfen Sie, welche Fähigkeiten im Unternehmen verfügbar sind und wo Sie auf einen Anbieter oder einzelne Personen angewiesen bleiben.

Wählen Sie genau einen Prozess. Beantworten Sie die Fragen gemeinsam mit seinem fachlichen Verantwortlichen und der IT. Der Check ist eine Arbeitshilfe von Welf. Er ist weder eine Zertifizierung noch ein Nachweis der Sicherheit oder Rechtskonformität.

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Bewerten Sie den Nachweis, nicht das gute Gefühl

Verwenden Sie für jede Frage einen der folgenden Zustände:

  • Unbekannt: Niemand kann die Frage anhand belastbarer Unterlagen beantworten.
  • Dokumentiert: Es gibt eine nachvollziehbare Beschreibung oder Vereinbarung; ihre praktische Umsetzung ist noch nicht geprüft.
  • Getestet: Ein benannter Test belegt die Fähigkeit für den betrachteten Prozess. Datum und Einschränkungen sind dokumentiert.
  • Nicht anwendbar: Der Punkt betrifft den Prozess nicht. Halten Sie die Begründung fest.

Eine Aussage des Anbieters allein ist kein eigener Funktionstest. Ein erfolgreicher Test gilt wiederum nur für seinen Umfang und die geprüfte Version. Erfassen Sie deshalb zu jeder Antwort einen Nachweis und einen Verantwortlichen.

Daten: Bleiben Ihre Informationen nutzbar?

  1. Können Sie die verwendeten Originaldaten in einem unabhängig lesbaren Format exportieren?
  2. Bleiben beim Export Herkunft, Version und Zuordnung zum Geschäftsfall erhalten?
  3. Sind die Nutzungsrechte für einen Wechsel in eine andere Umgebung geklärt?
  4. Können Sie einen Suchindex oder abgeleiteten Datenbestand aus den vorhandenen Originalen wiederherstellen?

Ein Export ohne Metadaten kann technisch vollständig und fachlich trotzdem unbrauchbar sein. Prüfen Sie deshalb einen wiederaufgebauten Vorgang, nicht nur die Anzahl exportierter Dateien.

Modelle: Können Sie eine Alternative beurteilen?

  1. Ist dokumentiert, welches Modell in welcher Version die Aufgabe bearbeitet?
  2. Ist die Geschäftslogik so abgegrenzt, dass ein Modellwechsel ihre Regeln nicht unbemerkt verändert?
  3. Besitzen Sie einen eigenen Testsatz mit fachlichen Annahmekriterien?
  4. Ist eine geeignete Alternative am selben Workflow geprüft, einschließlich verbleibender Einschränkungen?

"Kompatible API" beantwortet Frage acht nicht. Der alternative Ablauf muss ein brauchbares Ergebnis liefern und seine zulässigen Datenwege einhalten.

Laufzeit und Infrastruktur: Wer kann den Dienst weiterbetreiben?

  1. Sind die für Betrieb und Wiederherstellung notwendigen Zugänge unter vereinbarter Kontrolle Ihres Unternehmens?
  2. Kennt Ihr Team die tatsächlichen Verarbeitungsorte, administrativen Zugriffe und relevanten Unterauftragnehmer?
  3. Wurde die Wiederherstellung in der vorgesehenen Umgebung getestet?
  4. Gibt es einen erprobten Ersatzablauf für einen Modell- oder Infrastrukturausfall?

Ein manueller Ersatzablauf kann eine ausreichende Antwort sein, wenn er die vereinbarte Last und Unterbrechungsdauer abdeckt. Ein ungeprüfter zweiter Dienst ist nicht automatisch belastbarer.

Integration: Bleibt der Geschäftsprozess nachvollziehbar?

  1. Sind die benötigten Schnittstellen und ihre unterstützten Aktionen dokumentiert?
  2. Setzt die Anwendung Zugriffs- und Freigaberegeln unabhängig von frei formulierten Modellantworten durch?
  3. Erkennt der Ablauf wiederholte oder unklar abgeschlossene Schreibaktionen?
  4. Können Sie nachvollziehen, welche freigegebenen Daten tatsächlich im Zielsystem verändert wurden?

Prüfen Sie hier auch den Fehlerfall: Eine ausbleibende Antwort darf nicht stillschweigend zu mehrfachen Buchungen führen.

Team und Übergabe: Kann Ihr Unternehmen die Verantwortung übernehmen?

  1. Gibt es einen benannten fachlichen Verantwortlichen und eine technische Vertretung?
  2. Kann eine interne Person einen typischen Fehler mit der vorhandenen Dokumentation bearbeiten?
  3. Sind Weiterverwendungsrechte, Drittkomponenten und die Unterstützung bei einem Wechsel nachvollziehbar vereinbart?
  4. Kann Ihr Team Betriebskosten und Ergebnisqualität des Workflows selbst beurteilen?

Wählen Sie eine nächste Maßnahme

Addieren Sie die Antworten nicht zu einem scheinbar objektiven Reifegrad. Ein fehlender Datenexport kann für Ihren Prozess wichtiger sein als mehrere gut dokumentierte Betriebsdetails. Markieren Sie stattdessen die drei Abhängigkeiten mit den schwerwiegendsten Folgen.

Offener PunktAuswirkung im ProzessNächster NachweisVerantwortlichTermin
Beispiel: Suchindex nur beim Anbieter vorhandenWiederaufbau nach Wechsel ungeklärtIndex aus freigegebenen Originalen neu aufbauenIntern benennenIntern festlegen

Beginnen Sie mit einem überschaubaren Test. Unser Leitfaden zum Vendor Lock-in beschreibt einen möglichen Ablauf. Die Übersicht zur digitalen Souveränität hilft bei der wirtschaftlichen Einordnung.

Sie können den Check intern bearbeiten, ohne vertrauliche Daten an Welf zu senden. Für ein Gespräch reichen zunächst die offenen Fragen und ihre Auswirkungen.

Die nächsten Schritte mit Welf besprechen