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Leitfaden / Industrielle KI

Automobilzulieferer: Von der Kundenanfrage zum prüfbaren Angebotsentwurf

Founder & CEO of Welf4 Min. Lesezeit
Ablaufübersicht: Automobilzulieferer: Von der Kundenanfrage zum prüfbaren Angebotsentwurf

KI kann Automobilzulieferer bei der Angebotsvorbereitung unterstützen, indem sie Anforderungen aus einer Request for Quotation (RFQ), also einer Angebotsanfrage, strukturiert. Der sinnvolle erste Einsatz ist ein prüfbarer Anforderungskatalog mit Quellen und offenen Punkten, bevor Kalkulation und Freigabe beginnen.

Eine technische Anfrage ist noch keine belastbare Grundlage für ein Angebot. Anforderungen können auf E-Mails, Tabellen und Zeichnungen verteilt sein. Manchmal widersprechen sich Mengen oder Revisionsstände. Bevor jemand kalkuliert, muss Engineering klären, worauf sich das Angebot überhaupt beziehen soll.

Hier kann KI eine begrenzte, nützliche Rolle übernehmen: Sie bereitet die vorhandenen Angaben auf und macht Lücken sichtbar. Die Verantwortung für Machbarkeit, Preis und Zusage bleibt im vorgesehenen Freigabeprozess.

Ein Beispiel ohne erfundene Projektergebnisse

Das folgende Szenario ist konstruiert. Ein Zulieferer erhält eine Anfrage für ein bearbeitetes Metallbauteil. In der E-Mail steht eine andere Jahresmenge als in der beigefügten Tabelle. Die Zeichnung enthält einen Revisionsstand, auf den sich die Tabelle nicht ausdrücklich bezieht.

Ein hilfreicher Entwurf übernimmt diese Angaben nicht als widerspruchsfreie Spezifikation. Er ordnet jede Aussage ihrer Quelle zu und zeigt, was vor der Kalkulation geklärt werden muss.

FeldWas im Entwurf stehtNächster Schritt
JahresmengeZwei voneinander abweichende Angaben mit FundstellenVertrieb fordert Bestätigung an
ZeichnungsstandErkannte Revision und zugehörige DateiEngineering prüft den gültigen Stand
WerkstoffOriginalbezeichnung aus der QuelleZulässigkeit und Verfügbarkeit fachlich prüfen
LieferterminAngefragter TerminPlanung bewertet die Machbarkeit
PreisNoch nicht freigegebenKalkulation auf bestätigter Grundlage

Die Anwendung sollte fehlende Angaben nicht durch ähnliche frühere Aufträge ersetzen. Ein Vergleich kann eine Rückfrage unterstützen, ist aber keine Kundenvorgabe.

Halten Sie die Quellen am Feld

Für jede extrahierte Anforderung braucht der Prüfer einen nachvollziehbaren Beleg. Bei einer Tabelle kann das die konkrete Zelle sein; bei einem Dokument die Seite und der relevante Abschnitt. Die technische Umsetzung muss zum Dateiformat passen.

Für schwierige Zeichnungen oder schlecht lesbare Scans braucht es eine erkennbare Grenze. Wenn die Anwendung eine Angabe nicht zuverlässig auslesen kann, bleibt das Feld offen. Ein unauffällig falscher Zahlenwert ist im Angebotsprozess besonders schwer zu entdecken.

Ein erster Workflow könnte daher die Text- und Tabellenanforderungen bearbeiten und bestimmte Zeichnungsprüfungen bewusst beim Engineering belassen. Der begrenzte Umfang erleichtert eine aussagekräftige Bewertung.

Was in einen ersten Test gehört

Wählen Sie einen häufigen Anfrage-Typ und legen Sie die benötigten Felder fest. Nehmen Sie neben vollständigen Anfragen solche mit einer fehlenden Zeichnung, unterschiedlichen Mengen und einer nicht zuordenbaren Revision auf.

Bewerten Sie getrennt, ob ein Feld richtig ausgelesen wurde und ob ein Widerspruch sichtbar blieb. Ein vollständig ausgefülltes Formular kann schlechter sein als ein Entwurf mit korrekt markierten Lücken. Prüfer brauchen daher sowohl den Entwurf als auch die ursprüngliche Anfrage.

Verbinden Sie den Entwurf mit Ihren Systemen

Artikelzuordnung und Preisregeln gehören in die dafür zuständigen Systeme. Die Anwendung kann Vorschläge vorbereiten und die benötigten Daten über freigegebene Schnittstellen abrufen. Sie sollte weder eine neue Artikelnummer erfinden noch eine historische Kalkulation stillschweigend als aktuellen Preis verwenden.

Vor dem Schreiben ins ERP prüft ein Verantwortlicher die bestätigten Anforderungen und den vorgesehenen Datensatz. Die Integration protokolliert, welche freigegebene Version übernommen wurde. Ändert der Kunde danach seine Anfrage, muss der Vorgang erneut bewertet werden.

Messen Sie bis zur fachlichen Klärung

Die reine Extraktionsgeschwindigkeit sagt wenig über den Nutzen. Messen Sie die Zeit, bis der Vertrieb einen vollständig geprüften Vorgang an die Kalkulation übergeben kann. Erfassen Sie Rückfragen, Nacharbeit und übersehene Widersprüche.

Vergleichen Sie ähnliche Fälle mit ähnlicher Komplexität. Einfache Anfragen auf der einen Seite und umfangreiche Sonderteile auf der anderen ergeben keinen belastbaren Vorher-nachher-Vergleich.

Welf entwickelt die Anfrage-zu-Angebot-Kette mit Vertrieb, Engineering und IT. Der erste Schritt ist ein begrenzter Falltyp mit klaren Anforderungen an den Entwurf. Auf unserer Automotive-Seite finden Sie die Einordnung in die Branche.

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